Bereits 1998 entstand ein Konzept zum Aufbau eines Fahrgastinformationssystems. Damals sollte es noch um ein statisches System gehen, wobei nur die laut Fahrplan zu erwartende Abfahrtszeit der Straßenbahn von der Haltestelle angezeigt würde. Abweichungen könnten nicht erfasst und dargestellt werden.
Innerhalb von 18 Monaten erfolgte die gesamte Planung und Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt die Siemens/Häni Prolectron AG in der Schweiz. Sie baute das Rechnergestützte Betriebsleitsystem (RBL) in der neuen Betriebsleitstelle und das Dynamische Fahrgastinfosystem (DFI) auf. Anders als bei statischen Systemen wird hier die tatsächliche Abfahrtszeit unter Berücksichtigung aller Abweichungen angezeigt. Dazu war es notwendig das RBL einzurichten.
Von 2000 bis 2001 plante man 47 Anzeigeeinheiten an 26 Haltestellen. In der ersten Ausbaustufe (RBL und 30 Anzeigen) betrugen die Kosten fast 2,6 Millionen DM (1,3 Millionen EUR) und wurden vom Zweckverband ÖPNV Vogtland und dem Freistaat Sachsen gefördert.
Im Rahmen des Umbaus der Zentralhaltestelle Tunnel wurde die Betriebsleitstelle (BLS) der Plauener Straßenbahn von einem kleinen Bau an der Haltestelle in das Gebäude Hradschin 1 nahe des Tunnels verlegt. Dort nahm sie am 01. Dezember 1999 mit der von 1992 stammenden Sprechfunktechnik ihre Arbeit wieder auf.
Danach wurde innerhalb weniger Monate das RBL eingerichtet. Mit diesem System kann der gesamte Betriebsablauf überwacht und koordiniert werden. Das Netzwerk besteht aus dem Zentralrechner in der BLS, neuen Sprech- und Datenfunksystemen, IBIS2-Bordrechner in den Straßenbahnwagen und die Anzeigeeinheiten Typ Smart-Info 3 an den Haltestellen.
Um die Einführung von RBL und DFI zu ermöglichen wurden von März bis Oktober 2000 alle in Betrieb befindlichen KT4D-M außer Nr. 215 von IBIS 1 auf IBIS 2 aufgerüstet.
Beim Anmelden des Wagens mittels der Linien- und Kursnummer wird der aktuelle Soll-Fahrplan für diesen Kurs auf das Integrierte Bord-Informations-System (IBIS) geladen und kann vom Fahrer abgefragt werden. Der so genannte Umlaufplan beinhaltet Liniennummer(n), Abfahrtszeit vom Betriebshof, alle Ankunfts- und Abfahrtszeiten am Tunnel und den Endhaltestellen und die Ankunft im Betriebshof. An Hand dieses Fahrplanes erfolgt alle 30 Sekunden ein Soll-Ist-Vergleich mit dem Zentralrechner. Für den Fahrdienstleiter werden so Verspätungen oder Verfrühungen erkennbar. Gleiches gilt für den Fahrer; er bekommt vom IBIS die Abweichung vom Sollfahrplan in Minuten angezeigt (z.B. +1 für eine Minute zu früh oder Wartezeit am Tunnel bzw. Endstelle, -2 für 2 min Verspätung). Fahrer und Fahrdienstleiter können so entsprechend reagieren, die Leitstelle kann beispielsweise einen Anschlusswagen zum Warten veranlassen. Diese Funktion wurde später automatisiert: Der BLS-Rechner signalisiert am Tunnel wartenden Wagen automatisch, wenn sie auf einen Anschluss warten sollen. Durch diese Kommunikation zwischen Wagen und Leitrechner wird die dynamische Anzeige der Abfahrtszeiten im DFI erst möglich. Der Zentralcomputer gibt die zu erwartende Abfahrtszeit an die Anzeigeeinheiten weiter. Nach Abfahrt des Wagens von der Haltestelle veranlasst der Rechner die Anzeigeeinheit, die Fahrt aus dem Display zu löschen.
Das bei IBIS 1 aufwändige Umprogrammieren des Wagens bei Linienwechsel entfällt mit IBIS 2. Da im Umlaufplan auch Zieltext, Linien- und Fahrtroutennummer gespeichert sind, erfolgt der Wechsel vor jeder Endhaltestelle automatisch. Zielanzeigen und ggf. die Entwerter werden umgestellt und die Abfolge der Haltestellenansagen für die nächste Fahrt geladen. Manuell programmiert werden müssen nur noch vom Plan abweichende Fahrten, z.B. bei Streckensperrungen wegen eines Unfalles. Es erfolgt dann kein Soll-Ist-Abgleich des Fahrplanes und damit auch keine Anzeige an den Haltestellen wie auf dem Bildschirm in der BLS. Befindet man sich wieder an einer planmäßigen Endhaltestelle, kann man über den Sollfahrplan die nächste Fahrt aufrufen und normal nach Kursplan und IBIS fahren.
Wie bereits bei IBIS 1 werden auch bei IBIS 2 Haltestellenansage und das Stellen aller elektronischen Weichen automatisch ausgeführt. Die Diagnose der 24-Volt-Geräte läuft über das IBIS; Störungen von Zielanzeigen und Entwerter werden dem Fahrer und der BLS gemeldet. Außerdem steuert der Bordrechner Sprechfunk und Textmeldungen vom Fahrer an den Fahrdienstleiter.
Die BLS am Hradschin 1 nahm am 21. August 2000 ihre Arbeit auf, offizielle Übergabe und Vorstellung war am 13. Oktober. In der Zwischenzeit wurden am Streckenabschnitt Vogtlandklinikum Waldfrieden 6 Anzeigeeinheiten installiert. Die Anlagen bestehen aus einem Tragemast, einem Container mit jeweils einer vierzeiligen Leuchtdiodentafel rechts und links quer zum Bahnsteig, dem Steuercomputer sowie einem Lautsprecher. An den Haltestellen Dammstraße (Ri. Tunnel), Morgenbergstraße (Ri. Tunnel) und Schloss Reusa (Ri. Reusa) wurden die Einheiten an einem Fahrleitungsmast befestigt; am Oberen Bahnhof/Busbahnhof und am Tunnel nutzte man die bestehenden Stützmasten der Überdachungen. Bei Doppelstandorten übernimmt die Anzeige am Bahnsteig Richtung Tunnel Steuerung und Kommunikation mit dem Zentralrechner. Feierlich erfolgte am 01. Dezember 2000 die Übergabe durch Vertreter von PSB und Siemens an der Haltestelle Vogtland-Klinikum.

Die Anzeige der Hst. Schloss Reusa (Richtung Tunnel), mit Datum und Uhrzeit.
Nach der offiziellen Inbetriebnahme folgten noch im Dezember 2000 11 Anzeigeeinheiten an 7 Haltestellen (Summe 2000: 17 Anz./12 Hst.). In den Jahren 2001 und 2002 gingen weitere 46 Anzeigen an 25 Standorten in Betrieb (insgesamt 63 Einheiten an 37 Haltestellen, siehe Grafik).
Die Funktionsweise des DFI wurde bereits im Abschnitt zum IBIS 2 erklärt. Nun geht es darum, was die Anzeige dem Fahrgast mitteilt. Die Einheiten tragen über der LED-Matrix den Namen der Haltestelle, das PSB-Logo, die Beschriftungen „Linie“, „Ziel“ und „Abfahrt“. Die Abfahrtszeit wird z.B. als „5 min“ angezeigt. Es werden nur Fahrten dargestellt, die in höchstens 30 Minuten zu erwarten sind. Die verbleibende Zeit wird jede halbe Minute geprüft (Soll-Ist-Abgleich, s.o.) und in 1er-Schritten nach unten aktualisiert, respektive bei Verzögerungen eingefroren. (Selten kommt es zum Überspringen einer Zeitangabe, wenn der Funkverkehr zwischen Leitrechner und Bordcomputer kurzzeitig gestört ist.) Ist die Abfahrtszeit erreicht, erscheint die Angabe „0 min“. Seit Inbetriebnahme der Buslinien im Jahre 2007 und der sog. Nachtbuslinien zeigen die Einheiten deren nächste Abfahrtszeiten bis max. 2 Stunden an. Ist die Abfahrt später als in 30 Minuten, so wird die Abfahrtszeit als Uhrzeit dargestellt. Dabei kommt es vor, dass frühere Fahrzeiten der Straßenbahn noch nicht dargestellt werden (weil der Wagen noch nicht an der Abfahrtsendhaltestelle angekommen ist), spätere Abfahrtszeiten der Busse dagegen schon. Die Busse der PSB GmbH werden nicht mit jeder Anzeige dynamisch abgeglichen, daher wurde der o.g. Zeitrahmen für anzuzeigende Fahrten eingestellt.
Im Falle von Störungen hat der Fahrdienstleiter die Möglichkeit, Linientexte, ständig erscheinende Zeilen (mit stehendem oder blinkendem Text oder auch negativ geschriebenem Liniensymbol), wechselnde Texte oder Lauftexte (i.d.R. in der untersten Zeile) festzulegen und an einzelne oder alle DFI-Einheiten zu senden. Die dadurch belegten Zeilen stehen dann zeitweise nicht für die dynamische Abfahrtsanzeige zur Verfügung.
Seit dem 14. Mai 2002 werden in der untersten Zeile der DFI-Anzeigen an allen Haltestellen außer Am Albertplatz, Capitol, Neue Elsterbrücke und Tunnel A/B Datum und Uhrzeit als Standtext eingeblendet. Seitdem erfolgt bei mehrfach belegten Streckenästen die Anzeige der nächsten zu erwartenden Fahrten aller Linien bzw. in alle Richtungen. (Erläuterung: Z.B. zwischen Dammstraße und Vogtland-Klinikum zeigen die Einheiten immer die nächsten Fahrten der Linien 3 Waldfrieden, 4 Reusa und 6 Waldfrieden an, auch wenn gerade ein Wagen der Linie 3 abgefahren ist und die nächste Fahrt nach Waldfrieden ebenfalls durch Linie 3 abgedeckt wird. Die Anzeige des nächsten Wagens der Li. 3 erfolgt dann nach Löschung der vorhergehenden Fahrt von Li. 3.) Daraus erklärt sich auch, warum an vorgenannten Haltestellen die Anzeige des Datums nicht möglich ist, nämlich weil 5 Linien in 4 Richtungen fahren und auf den Anzeigen 4 Zeilen zur Verfügung stehen. Sendet der Fahrdienstleiter wegen einer Störung informative Lauftexte an die Einheiten, werden Datum und Uhrzeit ausgeblendet. An Doppelstandorten wurde die Datum-Zeit-Anzeige später insoweit geändert, dass nur noch eine Anzeige (i.d.R. diejenige in Richtung Tunnel) Datum und Uhrzeit einblendet, wobei auch vorgenanne Haltestellen teilweise mit einbezogen wurden.

Am Schloss Reusa stadtauswärts hängt die Anzeige am Fahrleitungsmast.

Nutzung bestehender Strukturen die Anzeigen am Tunnel C und B.

Liniennetz mit DFI-Standorten zum Vergrößern klicken.
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